Farbsteine

Edelsteine beflügeln die Sinne und setzen schlichtweg pure Glücksgefühle frei. Die Faszination der farbenprächtigen, filigran geschliffenen natürlichen Mineralien ist in den vergangenen Jahrhunderten stetig gewachsen. Selbstverständlich unterstand die Beliebtheit einzelner Steine innerhalb der vergangenen Epochen mitunter den Einflüssen gesellschaftlicher Umstände. Auch wenn heute ein kunstvoll geschliffener Edelstein über jeden stilistischen Zweifel erhaben ist, so spielte wie bei der Kunst und der Mode immer auch ein gewisser „Trend“ eine Rolle bei dessen Beliebtheit.

Der farblose Diamant beispielsweise war nicht seit jeher der begehrteste Edelstein, so wie er es heute in seiner weiten Verbreitung ist. Erst durch die Entwicklung entsprechend guter Spalt-, Säge- und Schleiftechniken im 19. Jahrhundert gelang es den alten Juweliermeistern, die Reflektionen im Diamanten deutlich zu erhöhen. Dies steigerte das faszinierte Empfinden deutlich und verlieh der Beliebtheit der Diamanten bis dato ungeahnte Schübe.

Der Diamant gilt heute allgemein als der edelste Stein, dicht gefolgt vom Rubin. Dieser hat wahrscheinlich auch wegen seiner Farbe Rot, die für Blut, Leben und ganz besonders die Liebe steht, einen besonderen Stellenwert in der antiken Schmuckherstellung.

Eine enge Verwandtschaft zum Rubin hat der blaue Saphir. Sein relativ häufiges Auftreten bescherte ihm besonders im 20. Jahrhundert eine weite Verbreitung. Er gehört ebenfalls zu den sehnsuchtsvollen Edelsteinen, denn Blau steht für die Ferne, das Wasser und den Himmel.

Die Assoziation von grenzenloser Weite des Saphirs bezaubern aber auch schon im Schmuck der viktorianischen Epoche im kunstvollen Zusammenspiel mit Gold und Diamanten. Als solitärer Blickfang setzt er Sehnsüchte nach Leben und „Meer“ frei. Eine ähnliche Verwandtschaft wie Saphir zu Rubin hat der Smaragd zum Aquamarin.

Zwei ebenfalls sehr populäre Schmuckedelsteine welche nicht nur chemische, sondern auch emotionale Übereinstimmungen aufweisen. Das strahlende, kräftige Grün des Smaragds sympathisiert mit dem hellen Blau des Aquamarins. Die Farbnuancen des Aquamarins reichen von sanftem Meeresblau bis hin zu intensivem Blau mit teilweise auftretendem Grünschimmer.

Das strahlende Grün des Smaragds ist da etwas entschlossener. Die Bedeutung des Smaragds ist in der antiken Schmuckherstellung bis zurück ins alte Ägypten ungleich größer! Grün steht allgemein für Hoffnung und Natur.

Es setzt Wohlgefühle frei schon durch reines Betrachten. Smaragde in Anhängern auf der Haut getragen, kunstvoll in Gold gefasst und beispielsweise in der Edwardian Epoche von Perlen begleitet, entfalten also einen faszinierenden Sog.

Einige der schönsten Verlobungsringe ziert ebenfalls ein Smaragd und ist somit, wie der Rubin, ein Stein der Liebe, Hoffnung und Treue. Den übergroßen Bedarf an Grün kann der Smaragd allein jedoch nicht abdecken. Deshalb erfreut sich ein weiterer, meist hellgrüner Edelstein größter Beliebtheit: der Peridot. Den, ähnlich wie der Aquamarin, zuweilen etwas schläfrig anmutenden Schmuckstein umgibt eine mythische Aura von Freundschaft sowie der Vertreibung von Schrecken und Missgunst.